26. Mai 2016

| Jörg Unkrig

tracht
Kennen Sie den aktuellen Werbetrailer von Lufthansa? We fly with the Germans? Darin sind ein paar Vorurteile zu sehen. Bayrische Musik, Knödel, Trachten, dass wir viermal Weltmeister waren. Zumindestens das Letztgenannte ist ein Fakt. Vorurteile haben ihren Sinn, da sie uns auch schützen und schnelle Entscheidungen möglich machen. Manche Vorurteile sind natürlich hinderlich, falsch und einfach nur negativ. Was kann oder soll man von anderen Kulturen denn bitte lernen können?
Ich bin viel in anderen Ländern beruflich unterwegs gewesen, insbesondere in den USA, in Russland, in Spanien, in der Türkei und den Niederlanden. Ich habe einen großen Bekanntenkreis aus anderen Ländern. Von ihnen und meinen Besuchen anderer Kulturen habe ich viel gelernt. Hier das, was wir im Bereich Kommunikation, Kompetenz und Karriere von anderen Kulturen lernen können und damit unsere interkulturelle Kompentenz stärken:

RUSSLAND

In Russland haben gerade bei Geschäftsessen Trinksprüche Tradition. Russische Essen dauern lange, unter anderem weil sie immer wieder von Tischreden und Toasts unterbrochen sind. Es wird angestoßen – nicht mehr nur noch mit Wodka – und ein Toasts ausgebracht. Dabei geht es vor allen Dingen um Wertschätzung der Gäste. Dabei gehört der erste Trinkspruch immer den russischen Gastgebern und eröffnet quasi den Reigen. Dann ist die Reihenfolge immer wechselnd. Der dritte Toast gilt immer den Frauen, wieder von der russischen Seite. Themen: Gastfreundschaft und Freundschaft, Gesundheit, Zusammenarbeit und Frauen.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Bereiten Sie sich darauf vor. Das macht Spaß und gehört schon mal zur Vorfreude ein anderes Land kennenzulernen. Nehmen Sie ein paar gute Trinksprüche mit. Sie überwinden Grenzen und kommen sich auf lockere Weise näher. Hinweis: Machen Sie es nicht zu lang und manche Sprüche aus Deutschland funktionieren in der Übersetzung nicht.

USA

Im Selbstmarketing sind uns die Amerikaner um Kilometer, sorry, um Meilen voraus. Hier ist die Geburtsstätte des Smalltalks. In meinen Trainings mache ich oft den „Elevator-Pitch“. Hierbei geht es darum, sich und seine Idee an den Mann oder die Frau zu bringen. Dazu hat man ungefähr soviel Zeit, wie ein Auszug in den 30ten Stock braucht. Die Methode basiert auf einer echten Geschichte, bei der ein Start up einem Investor seine Idee erklären wollte, beide in einem Aufzug waren und der Investor sagte: „Wenn Sie mich bis zu dem Stockwerk, in dem ich aussteige, von Ihrer Idee überzeugt haben, unterstütze ich Sie“. Man spricht davon, dass es ca. 20 Sekunden gewesen sein sollen – schön das es noch keinen Speed-Elevator gab. Am Ende bekam der Start up die Unterstützung, weil er in kurzer Zeit überzeugen konnte.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Seien Sie immer gut vorbereitet, wenn Sie eine Idee zu verkaufen haben. Sie wissen nie, wann und wo Sie auf eine Gelegenheit treffen, sich zu vermarkten. Überlegen Sie deshalb genau, welche drei Dinge Sie besonders machen und was ein anderer unbedingt über Sie wissen sollte. Üben Sie es täglich und feilen Sie solange daran, dass Sie es im Fall der Fälle in 20 Sekunden überzeugend darstellen können. Und jetzt auf zum nächsten Fahrstuhl und ab geht’s nach oben.

SPANIEN

In Deutsch kennen Sie wahrscheinlich Ihre Komfortzone und die Kommunikationsregeln. Das heißt, höflich sein und ausreden lassen. Was machen, wenn man auf Vielsprecher und Dauerredner trifft? Beispiel Spanien: Hier müssen Sie lauter sprechen und überzeugender sein, um zu bestehen. Hier gibt es viele Gesprächspartner, die kaum eine Pause machen und ihnen Gelegenheit geben, zu antworten. Um hier zu Wort zu kommen, müssen Sie sich ein- und durchstezen.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Sie haben auch das Recht Ihre Meinung zu äußern. Lassen Sie sich nicht an die Wand quatschen. Machen Sie Ihren Standpunkt deutlich. Damit tun Sie viel für Ihr persönliches Standing in einer Gruppe. Bereiten Sie sich immer – soweit möglich – auf das Thema und die Besprechung vor. Sammeln Sie Argumente, die Ihre Meinung unterstützen. Bringen Sie Beispiele, wo und wann genau das funktioniert hat.

MEXIKO

Eine mexikanische Führungskraft legt nie selbst Hand an, sondern überlässt dies seinen Mitarbeitern. Denn dafür haben Sie als Chef keine Zeit und genau dafür sind Ihre Mitarbeiter da. Auch aus dem Grund, die Gesamtübersicht zu behalten. Mittelamerikaner delegieren gerne und das macht Sinn.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Delegieren ist wichtig, um alle Aufgaben erledigen zu können. Der Chef sollte nie alles alleine machen und die Einstellung haben „Ich schicke Ihnen meinen besten Mann….ich komme selbst!“ Delegation überträgt auch Verantwortung auf die Mitarbeiter, gibt ihnen ein gutes Gefühl und trägt wesentlich zur Motivation bei. Also setzen Sie sich zukünftig mal öfter den Chef-Sombreror auf und machen beruhigt Siesta.

GROßBRITAINIEN

HÖFLICHKEIT wird hier großgeschrieben, auch bei Kritik. Bei Sätzen wie „Thank you, Mr. Unkrig, that was a perfect first try!“ weiß man selber, dass es nicht optimal oder sogar schlecht war, es hinterlässt aber kein schlechtes Gefühl. Man verliert nicht sein Gesicht – übrigens das Schlimmste, was einem passieren oder wir mit anderen machen können – und auch nicht die Motivation, einen neuen Try zu machen.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Beginnen Sie jede Kritik positiv und bleiben Sie sachlich und wertschätzend. Das motiviert Ihr Gegenüber an der Sache zu bleiben und beim nächsten Mal besser zu arbeiten. Wertschätzendes und zugleich ehrliches Feedback erhält und erhöht sogar die Motivation und wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein.

AUSTRALIEN

Die coolsten Surfer-Boys, heiße Strände und hinreißende Bikini-Schönheiten – Australien ist der Hot Spot, wenn es um Lockerheit und Coolness geht. Australier arbeiten, um zu leben und leben nicht, um zu arbeiten. Auch bei der Arbeit ist ihr Motto „no worries“, am besten übersetzt mit „wird schon“, präsent.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Ein Fehler bedeutet nicht die Entlassung oder Edeka (Ende der Karriere) und keinesfalls den Weltuntergang. Gerade Stress und Druck machen anfällig für Fehler. In der Ruhe liegt die Kraft. Lassen Sie sich helfen, nehmen Sie sich bewusst eine Auszeit bei einem Spaziergang in der Mittagspause. Dann gelingt Ihnen alles und geht leichter von der Hand.

CHINA

Ein „Nein“ oder „No“ ist in China fast ein Tabu und bedeutet meist einen Ansehensverlust. Deshalb ist in China oder Asien Verhandlungsgeschick gefragt. Die Art direkt mit der Tür ins Haus zu fallen – wie wir Deutschen es oft in sehr direkter Art tun – ist vielen anderen Kulturen fremd und schreckt ab. Schnell ist die positive Grundstimmung im Eimer.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Gegenüber und verhandeln Sie. Versuchen Sie immer auch die Beweggründe Ihres Gegenübers zu erfassen und sich in seine Lage hinein zuversetzen (Empathie). Streben Sie mehrheitlich eine „Win-Win-Situation“ an, bei dem beide gut aus einer Situation kommen und sich auch beim nächsten Treffen noch voreinander verbeugen, weil man gegenseitigen Respekt hat.

FINNLAND

Hier liebt man auch in Geschäftsbeziehung die persönliche Ebene. Deshalb kommen manche Geschäfte hier auch in der Sauna (Bestandteil der finnischen Kultur und eine Einladung dazu, ist ein Zeichen von Vertrauen) zustande, ohne das dies unserös ist. Auch in Deutschland kommen immer mehr Geschäfte auf dem Golfplatz zum Abschluss.

Was Sie daraus für sich lernen können?

Zeigen Sie auch im Beruf etwas von Ihrer Persönlichkeit. Das heißt nicht, dass Sie einen Seelen Striptease hinlegen müssen und auch nicht sollten und natürlich auch nicht die Einladung zu einem gemeinsamen Saunabesuch. Es bedeutet, sich für andere zu interessieren und Anteil zu nehmen, auch an Privatem. Denn natürlich bestehen Wechselwirkungen zwischen Beruf und Privatleben, die sich negativ und auch postiv auf unsere Arbeit auswirken.

Hier haben Sie nur ein paar Beispiele, warum die Beschäftigung mit anderen Kulturen Sinn macht und was wir gerade für unseren Beruf von anderen lernen können. Dazu müssen Sie nicht unbedingt in ferne Länder reisen, sondern es reicht häufig schon, mal zum Italiener oder zum Türken um die Ecke gehen und ein Vitello tonnato oder Baklarwar zu essen und sich zu unterhalten. Oder im Hausflur mit dem Schweden oder dem Inder sprechen. Interkulturelle Kompenten und offene Kommunikation über Grenzen hinweg, bringt Sie ganz persönlich einen großen Schritt voran – privat wie beruflich. Bon voyage!

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22. Mai 2016

| Jörg Unkrig

keyhole
Die ideale Führungspersönlichkeit braucht, so hat es einmal ein Hamburger Politiker ausgedrückt, „die Würde eines Erzbischofs, die Selbstlosigkeit eines Missionars, die Beharrlichkeit eines Steuerbeamten, die Erfahrung eines Wirtschaftsprüfers, die Arbeitskraft eines Kulis, den Takt eines Botschafters, die Genialität eines Nobelpreisträgers, den Optimismus eines Schiffbrüchigen, die Findigkeit eines Rechtsanwalts, die Gesundheit eines Olympiakämpfers, die Geduld eines Kindermädchens, das Lächeln eines Filmstars und das dicke Fell eines Nilpferds.“

Niemand kann derart vielfältigen Erwartungen gerecht zu werden. Aber mit ein paar Tipps, kann man es zumindestens versuchen.

Meine Tipps stehen so in keinem Ratgeber über Chefsein, Führung oder Kommunikation. Warum? Weil es sich um meine persönlichen Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt im Bereich des obersten Management der Personalführung, der Kommunikation, der Krisenbewältigung und der Suche nach Lösungen handelt.

Wenn ich nach meiner vielleicht schlechtesten Eigenschaft gefragt werde? Spontan fällt mir dann immer meine Ungeduld ein.
In jedem Ratgeber wird Ihnen gesagt: „Nennen Sie in einem Bewerbungsgespräch bei der Frage nach Ihrer größten Schwäche: Ungeduld! Das ist nämlich gar keine Schwäche, sondern eine Stärke, die Sie leicht als Schwäche verkaufen können!“
Wer aber ungeduldig ist, der weiß, wovon ich rede. Ungeduld bringt ein Team und mich selbst zwar weiter, erduldet aber keinen Stillstand, kein langwieriges Hin und Her, liebt den Freigeist, das Querdenken und auch den Widerspruch, wenn es der Sache nutzt. Das ist für Mitarbeiter an manchen Tagen belastend und zwingt einfach immer zu Bewegung und dazu, Dinge am Laufen zu halten. Eben: Anstrengend!

Entscheidungen kommen bei mir schnell, manchmal Fallbeilartig, da bin ich immer – positiv wie negativ – ganz Chef gewesen, der Verantwortung für sein Team und sich übernimmt. Einmal sagte ein Chef zu mir: „Mann, manchmal bist du wie eine Feuerwalze! Wenn du ein Ziel hast, dann stellt man sich dir besser nicht in den Weg! Du brennst für deine Ziele!“

Ich habe es damals als Lob aufgenommen. Zaudern kenne ich nicht, aber Reflexion. Und ich nehme Einwände, Vetos und Feedback meiner Mitarbeiter ernst. Ich fordere sogar dazu auf! Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein! Das sehe ich tatsächlich genau so.
Ich bin kein Freund von Günstlingen, mag aber Freigeister, Querdenker und selbstbewusste Menschen und gehe gern neue Wege, die vielleicht auch noch keiner vorher so gegangen ist. Ich kann Sprüche wie „das haben wir so noch nie gemacht“, „hat doch auch so immer funktioniert“ oder „gestern war alles besser!“ nicht ab, da bekomme ich Plack.

Das Team ist mir wichtig, ich bin kein Einzelkämpfer. Ich arbeite gerne mit anderen, auch ungewöhnlichen Menschen zusammen. Ich liebe Diversity. Ich mag es sehr, wenn sich Menschen sozial verhalten, sich einbringen. Wenn ein Kollege seinem Kollegen etwas an Arbeit abnimmt, weil es dem gerade mal nicht so gut geht. Oder eine Kollegin für eine andere Kollegin Kaffee kocht oder etwas aus der Mittagspause mitbringt, weil die andere gerade zu viel um die Ohren hat. Solche kleinen, aber sehr persönlichen Gesten kann man kaum lernen, einfordern oder gar in einem Arbeitsvertrag festschreiben, aber ich bemerke und wertschätze sie. Wenn möglich, belohne ich sie. Vielleicht mit einem Seminar oder einer anderen, möglichen Anerkennung. Warum? Weil sie das Öl im Räderwerk eines guten Teams sind. Stellen Sie sich mal einen Kollegen vor, der sich asozial verhält. Möchten Sie diese Person dauerhaft in Ihrem Team haben? Na, sehen Sie!

Neue im Team fordere ich bewusst, um zu sehen, wie sie ticken, was ihre Potenziale sind und wo vielleicht auch die Grenze der Belastbarkeit ist. Ich fordere und fördere. Das ist für beide Seiten wichtig. Ich sage auch offen, was bei mir geht und was nicht (Beispiel: Unpünktlichkeit, weil es unhöflich ist und anderen Zeit raubt), welche Erwartungen ich habe.
Dabei muss ich manchmal aufpassen, dass ich meine eigene Massstäbe an mich nicht einfach auf meine Mitarbeiter übertrage. Ich rate oft dazu, dass man sich ruhig mehr zutrauen darf, als man gerade macht. Ich bin ein glühender Verfechter davon, dass man von sich selbst überzeugt ist. Wenn man das selbst nicht ist, warum sollten es andere sein? Ich mag aber absolut keine Schaumschläger oder Luftpumpen, die sich auf Kosten anderer profilieren. Solche Menschen haben es bei mir schwer, da gehe ich schnell und sehr deutlich auf Abstand. Ich lasse aber auch in diesem Bereich, jedem eine zweite Chance. Meistens jedenfalls, daran muss ich tatsächlich noch arbeiten.

Ich bin für Offenheit, Ehrlichkeit und Loyalität. Meine Mitarbeiter erleben mich in starken Momenten, aber auch in schwachen. Ich stehe zu Fehlern und lasse Kritik zu. Ich führe vor allem mit Vertrauen. Wenn dann Probleme auftauchen, trauen sich die Leute auch, damit zu mir zu kommen und wissen, dass ich verlässlich bin. Jeden Tag spreche ich deshalb auch mit meinen Mitarbeitern und Kollegen über Persönliches. Nicht über den Job und die Arbeit, sondern über Hobbies, Familie oder Urlaub. Ich liebe es, auch die Familien meiner engsten Mitarbeiter persönlich zu kennen, ebenso wie sie meine kennen. Ich habe oft erlebt, das mein Chef neben meiner Partnerin, meiner Familie oder meinen engen Freunden, eine sehr wichtige Person ist, wo Vertrauen existieren muss, schon weil man eine Menge Zeit gemeinsam verbringt und an Problemen und deren Lösungen arbeitet.

Ich bin ein auch Verfechter von Frauenförderung und Talentscouting. Warum? Weil in beiden Bereichen ungeahnte Potenziale stecken. Frauen werden leider immer noch benachteiligt. Häufig werden Frauen immer noch schlechter (durchschnittlich minus 7 Prozent im Vergleich zu Männern) bezahlt. Mutterschaft und Erziehungszeiten wirken negativ auf die Karrierechancen. Wer bitte soll denn den Nachwuchs bekommen? Frauen leisten im Beruf und für unsere Gesellschaft Überdurchschnittliches und haben oft eine Doppelbelastung. Zuerst die Kinder, den Haushalt und meist später noch pflegebedürftige Angehörige, um die sie sich kümmern. Deshalb unterstütze ich Frauen, die Karriere machen und Führungsverantwortung übernehmen wollen. Im Bereich von Führung und Kommunikation sind sie oft uns Männern voraus, weil sie empathischer, zugewandter oder aufgeschlossener sind. Ach, organisierter hätte ich beinahe vergessen. Gerade bei Müttern erlebe ich diese Kompetenzen oft als überdurchschnittlich.

Auch Teilzeit ist für mich kein Tabuthema. Die meisten Jobs kann man tatsächlich in Teilzeit prima erledigen. Präsenz und gute Arbeit haben nichts mit Anwesenheit zu tun, sondern alleinig mit Aufmerksamkeit. Manche Mitarbeiter schaffen mehr in zwei Stunden als andere in acht. Anwesenheit ist gerade für uns Deutschen ein Thema, wir meinen oft, wer lange am Arbeitplatz ist, arbeitet auch viel. Völliger Quatsch! Es kommt immer auf die Qualität der Arbeit an, nicht auf die Quantität der Anwesenheit.

Ich interessiere mich konkret für den Menschen, weniger für Zeugnisse, gerade wenn es um Bewerbungen oder Stellenbesetzung geht. Ein Zeugnis alleine sagt manchmal wenig über eine Person aus. Ich habe Mitarbeiter erlebt, die hatten blendende Zeugnisse, die man ihnen nur gegeben hat, weil man sie anders nicht loswerden konnte. Für mich zählen die Kompetenzen, nicht Alter, Religion, Herkunft oder Geschlecht. Für mich ist das Gespräch mit dem Bewerber wichtig, was bringt er mit, wo kommt er her, wo möchte er hin. Was sind seine Stärken, warum möchte er wechseln oder sich verändern. Viele Mosaiksteine werden dann zu einem Gesamtbild. Oft erreicht man die besten Ergebnisse, wenn man mit Bewerbern noch zusammen essen geht und konkret sehen kann, wie sie sich im Restaurat gegenüber dem Kellner verhalten. In Frankreich ürbigens häufig Bestandteil von Bewerbungsverfahren. Ich habe mal einen „Kollegen“ erlebt, der sich von einem Nachbartisch ausgelegte Marsriegel heruntergenommen hat, obwohl er schon von seinem Tisch seins eingesteckt hatte. Auf den Hinweis, dass das unkollegial sei, antwortete er nur, dass ich mich um meine Angelegenheiten kümmen sollte, er sorge in erster Linie erstmal gut für sich. Wenn ich heute – nach vielen Jahren – Mitarbeiter von ihm treffe, beschreiben sie einen egoisischen Menschen, der zuerst einmal sich im Blick hat. Geändert hat er sich offensichtlich nicht und es war wohl damals mehr als eine Momentaufnahme oder ein Einzelfall.

Jetzt kennen Sie einige meiner Geheimnisse und wie ich führe. Ich weiß, dass gute Führung wichtig und auch grundsätzlich nicht so schwierig oder unmöglich ist.
Alles ist damit noch nicht gesagt oder geschrieben. Und wahrscheinlich kommt schon morgen eine neue Erfahrung hinzu, denn gerade im Bereich Führung und Kommunikation lernt man nie ganz aus. Bleiben Sie neugierig und lernen Sie jeden Tag dazu.

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14. Mai 2016

| Jörg Unkrig

esmi
Vorgestern fragte mich ein Freund: „Hey, du hast doch auch so viel um die Ohren!? Probier‘ doch mal die ESMI-Methode!“
„Was muss ich ausprobieren? ESMI? Entspannungs-Stress-Muskel-Irritation? Elektric-Sound-Mind-Inspiration? Ich muss gar nichts ausprobieren!“
„Genau! Einen Scheiß musst du!“
„Ja! Und was meinst du jetzt? Red‘ doch mal in einem Satz!“
„Die neue Methode ESMI: Einen Scheiß‘ muss ich…eben ESMI!“

„Packen Sie zwanzig Leute mit Wasser in einen Raum und Sie haben ein paar angestrengte Gespräche. Machen Sie das gleiche mit Alkohol und Sie haben eine Party!“
(Frank Kelly Rich)
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8. Mai 2016

| Jörg Unkrig

lotto
Sein Glück von anderen im Umfeld abhängig zu machen, ist das Schlechteste, was man machen kann. Ein Buchklassiker heißt „Sei‘ glücklich und es ist egal, mit wem du verheiratest bist“.

Doch immer wieder erwische ich mich bei der Frage, was zwischen mir und meinem Glück steht. Ganz häufig sind es Floskeln oder Glaubenssätze, die uns den Blick auf unser persönliches Glück versperren. Wenn wir sie einfach streichen, kommen wir dem Glück ganz automatisch ein wesentliches Stück näher.
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1. Mai 2016

| Jörg Unkrig

funkenflug
Soll man das Eisen nicht schmieden solange es heiss ist?
Als Schmied ist es tatsächlich so, dass man Eisen nur in Form bringen kann, wenn es heiss und damit weich ist. In der Kommunikation sieht das etwas anders aus.

Wenn in einer schwierigen Kommunikationssituation die Beteiligten unter Druck stehen, innerlich aufgebracht sind und im wahrsten Sinne des Wortes auf Temperatur, ist es ratsam, die Gemüter etwas abkühlen zu lassen. Denn in Konfliktsituationen stehen wir unter Stress und dieser Stress macht das logische Denken schwieriger, manchmal sogar unmöglich. Dann übersieht man selbst die Lösungen, die nahe liegen. Deshalb raten wir Kommunikationsexperten auch zum Durchatmen, bis 10 zu zählen, zum Runterkommen oder mal eine Nacht drüber schlafen, damit man wieder offen für gemeinsame Lösungen ist.

Kommunikation ist gerade in Konfliktsituationen schwierig. Es handelt sich bei Kommunikation in Konflikten um die Meisterklasse in der Kommunikation. Gerade, wenn es heiss hergeht, sollte man seinem Gegenüber deshalb deutlich signalisieren:
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24. April 2016

| Jörg Unkrig

couch
Motivation ist – einfach gesagt -, dass was uns antreibt unsere Ziele zu erreichen oder sie ist der Motor des Menschen! Es handelt sich dabei um ein Zusammenspiel von Person und Situation. Entweder motivieren uns Anreize von außen (Geld, Anerkennung) oder Anreize von innen (eigene Einstellung, Werte, Haltung). Landläufig ist innere Motivation (intrinsisch) nachhaltiger als Motivationsanreize von außen (extrinsisch). Auch dazu gibt es unterschiedliche Sichtweisen, eine Kombination von beidem ist auf jeden Fall sehr gut. Wichtig ist aber auch, dass wir von unserem Chef nicht demotiviert werden und er unsere Arbeit, unseren Einsatz und unser Engagement wahrnimmt und auch anerkennt, wertschätzt.

Es gibt aber auch Motivationsfallen, in die wir manchmal zwangsläufig gehen, aber auch gut wieder rauskommen können. Um ihnen zu entgehen brauchen sie aber jetzt keinen Coach, sondern nur eine Couch und etwas Zeit, die folgenden Tipps zu lesen:
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17. April 2016

| Jörg Unkrig

Blogparade: „Erfinde dich NEU! wer wärst du gerne noch“ von Susanna Belloni www.susannabelloni.ch/blogparade

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Als mich Susanna Belloni anschrieb und mich bat, an Ihrer aktuellen Parade mit dem Titel „Erfinde dich NEU! wer wärst du gerne noch“ teilzunehmen, war mir eins direkt klar:
„Nein, liebe Susanna, das tue ich bestimmt nicht!“
Damit meinte ich nicht die Teilnahme, sondern: mich selbst neu zu erfinden.

Ich will so bleiben, wie ich bin.

„Höher, schneller, weiter“ oder anders „erfolgreicher, schöner, glücklicher“: Coaches und Ratgeber entwerfen uns ein Bild vom „Menschen ohne Schwächen“ und doch mit „Ecken und Kanten“ – das geht oft jedoch meilenweit an der Realität vorbei und dazu noch voll auf unsere Kosten. Nein, das möchte ich für mich nicht!
Bis vor einigen Jahren ging unser Leben doch noch so: Geburt, kurze Kinder- und Jugendzeit, Schule, Beruf, Familie gründen und gut. Heute ist lebenslanges Lernen angesagt und Stimmen, die uns sagen, dass alles doch noch viel besser sein könnte: der Job, der Partner, das Leben, aber vor allem: wir selbst.
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10. April 2016

| Jörg Unkrig

winner
Was ist mein Talent und wann spüre ich, dass ich mit dem, was ich tue, auf dem richtigen Weg bin? Gar nicht so einfach! Heute fragte mich eine Bekannte folgendes:

„Kann ich lernen, besser wahrgenommen oder gar charismatischer zu werden?“
„Was versteckt sich genau hinter deiner Frage?“
„Ich möchte beruflich weiterkommen, stoße aber immer wieder an meine Grenzen. Ich weiß, dass ich mehr kann, mehr will!“
„Eine erste gute Voraussetzung: Zu wissen, was man will und kann!“

Ich gebe hier nur den Anfang unseres Gesprächs wieder. Es war ein wichtiger Anfang, sich überhaupt erst einmal Gedanken zu machen, was man will und wohin man will, gepaart mit der Frage nach dem „Warum will ich das?“
Die Bekannte von mir ist schon eine Persönlichkeit, sie stellt sich aber selbst immer wieder in Frage. Ist damit zu selbstkritisch. Dabei hat sie genügend Beweise, dass sie sehr gut in dem ist, was sie tut. Erfolgreich im Beruf, obwohl sie erst gerade neu dort begonnen und sich gegen fast 70 Mitbewerber durchgesetzt hat. Erfolgreich als internationale Trainerin im Fitnessbereich, mit ausschließlich positiven Rückmeldungen. Erfolgreich als Mutter, als Partnerin. Und trotzdem dieses Zögern?
Ja, das ist so, kann man aber dran arbeiten. Werden wir auch machen. Der Anfang ist bereits gemacht.

Manchmal brauchen wir – egal wie erfolgreich wir von anderen schon wahrgenommen werden (Selbst- und Fremdbild stimmen übrigens nie miteinander überein!) – diese Zündung in uns. Die all das Positive in Gang setzen kann und uns dahin katapultiert, wo wir in unseren Träumen und Gedanken schon immer hin wollten. Es braucht den Impuls in uns und manchmal ergänzend von außen. Beispiele gefällig?
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3. April 2016

| Jörg Unkrig

Freunde gewinnen
Als Axel Maluschka mich exklusiv als Kommunikationsexperten zu seiner Blogparade http://maluschka.com/wie-soziale-beziehungen-unser-glueck-mehren-2342/ einlud, fühlte ich mich tatsächlich auch irgendwie geschmeichelt.
Da ich bei meiner eigenen Parade Vorbild 2016 gesehen habe, wie wichtig es ist, nicht nur irgendwas zu schreiben und sich einfach einzureihen, begann ich mit einer kleinen Gedankensammlung. Wer oder was sind eigentlich soziale Beziehungen und was hat das mit meinem Spezialgebiet Kommunikation zu tun? Nichts, gar nichts oder eher viel, alles? Was bedeutet für mich Glück? Wann genau bin ich glücklich?

Ein Freund meinte: „Was soziale Beziehungen sind, musst du doch wissen! Und was Glück ist, doch auch!“ „Äh, warum?“ „Du hast doch einen großen Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis, das sind doch soziale Beziehungen! Und du sagst doch immer, „ich schätze mich glücklich, dich als Freund zu haben“! Schreib doch mal, wie man Freunde findet, wie man sie behält und warum Freundschaften einen glücklich machen!“

Jepp, gesagt, getan. Hier ist der ultimative Freundesratgeber, meine ganz persönliche TOP 10, wie und wo sie Freunde finden, wie sie sie behalten und warum Freundschaften ein ganz wesentlicher Beitrag zum Glück sind:

Zunächst: Freunde sollten real sein. Greifbar. Verlässlich. Man sollte ihnen vertrauen können. Alles sagen können. Sich hängenlassen können. Mit ihnen durchstarten und die Nächte zum Tag machen.
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28. März 2016

| Jörg Unkrig

emojis
Letzte Woche hatte ich ein Inhousetraining „Kommunikation in der Führungsetage“ in einem mittelständischen Betrieb mit Geschäftsleitung und Führungskräften. Wie oft bei meinen Kommunikationsseminaren, die sehr zielgruppenorientiert sind, kommt irgendwann das Thema auf Social Media, Handys und den korrekten Umgang damit.
Kein Kommunikationsproblem? Denkste! Als Besitzer zweier Smartphones und einem Blackberry, einem Account bei Xing und Facebook, weiß ich, wie schwierig der richtige Umgang in beruflichen Kontexten sein kann.
Hier die Zusammenfassung häufig gestellter Fragen im Bereich digitaler Kommunikation und meine Antworten:

meetingHandy im Meeting?

Mein Smartphone schreit nach Zuwendung. In Besprechungen meldet es sich oft, zwar stumm aber doch nachhaltig. Oft sind wir inzwischen so konditioniert, dem Aufleuchten und neuem Eingang einer Nachricht mehr Aufmerksamkeit zu widmen als unserem realen Gegenüber. Könnte aber doch wichtig sein!
Ja, wenn sie an der Börse oder in einer Tageszeitung ihre Brötchen verdienen. Oder alleinig mit der Akquise neuer Kunden zu tun haben. Oder ihr Partner oder ihr Kind schwer erkrankt sind. Oder sie Herzchirugin sind. Die dramatischen Entwicklungen in ihrem Zumba-Kurs gehören definitiv nicht dazu. Der Anruf eines Kollegen, was sie heute Mittag essen wollen … nein. Der digitale Eingang ihrer Men’s Health … nein, nein und nochmals nein. Wenn sie so perfekt organisiert sind, wie sie ihrem Chef immer sagen und signalisieren wollen, dann haben sie vorgesorgt und lassen ihr geliebtes iPhone in der Tasche und stumm geschaltet. Alles andere ist nicht nur unhöflich, sondern stört das Meeting unnötig und lenkt die Aufmeksamkeit im negativen Sinn auf sie.
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